Lose Sprüche und freche G’stanzln beim Starkbierfest


450 Zuschauer kommen zum Politikerderblecken der Bettschoner Garham - „Artenschutz“ für CSU - Methusalem-Komplott im Gemeinderat



   


von Alexander Christoph
Garham. Die Starkbierzeit ist seit je her in Bayern eine Zeit, in der die Großkopferten „der-bleckt“ werden. Die Bettschoner Garham haben diese urbayerische Tradition mittlerweile zum neunten Mal am Samstag beim Starkbierfest hoch leben lassen. Durchaus ein Erfolg: Mehr als 450 Gäste drängten sich in der gut gefüllten EC-Halle.
Der bayerische Hias, alias Franz Huber, heizte der lokalen Polit- und Vereinsprominenz auch gleich heftig ein. Egal, ob es die drei Bürgermeister, der Brauereichef Georg Huber oder der neue Vorstand vom Krieger- und Soldatenverein, Franz Erhard, waren; sie alle und viele weitere wurden so richtig getratzt. Sogar der Pressevertreter bekam auf lustige Art und Weise sein Fett weg. Die Leute lachten, klatschten und amüsierten sich bei den G’stanzln des bayerischen Hias.
Auch der Kommunalwahlkampf ließ bereits grüßen. „Du kandidierst zwar für’n Bürgermoasta, aber do hast as ned leicht, weil da da dritte Burgermoasta geht ins Gäu“, wandte er sich beispielsweise an Bürgermeister Willi Wagenpfeil und verriet, was nicht einmal der betroffene dritte Bürgermeister Alois Wenninger zu wissen schien. „Zum Schluss werds a so ausgeh, Bürgermoasta werd i“, meinte der G’stanzlsinger.
Marktrat Xaver Troiber nahm es mit Humor, als ihn der Hias wegen seiner Wortmeldungen im Gemeinderat kritisierte. „Oft bringt da Xava an Spruch, nur hat der leida ned vui mit’m Thema zum doa.“ Der Chef der Wolferstetter Brauerei, Georg Huber, wurde gleich mehrmals „aufe g’schossn“. Die Beschwerde über den steigenden Wasserpreis oder dass er seit dem letzten Mal noch kein zweites Kind „zustand bracht hat“ wurden thematisiert.
Besonders gelungen war, dass der Hias auch zufällig vorbeigehende oder in seiner Nähe
sitzende Gäste spontan in
seine humoristischen Einlagen einbaute. Ein Bursch mit Baseballkappe wurde ebenso „derbleckt“ wie ein alter Mann
mit Hut oder Frauenbundmitglieder.
In seiner Fastenpredigt deckte Bruder Barnabas, alias Franz Saugspier, einige Missstände auf. „Arms Bayern - a Friseur is a Hairstylist, die Postwurfsendung a Flyer, Einkaufa duast im Shop“, kritisierte er beispielsweise die vielen Anglizismen und die Verkümmerung der bayerischen Mundart. Außerdem „wenn de CSU in Hofkircha ned boid in Schwung kimmt, dann geht’s ihr so wia da SPD in Bayern: De kimmt unter Artenschutz als oane vom Aussterben bedrohte Spezies.“
Bruder Barnabas machte zudem ein Methusalem-Komplott im Gemeinderat aus, da durch sämtliche Parteien hindurch „weng unta Fuchzge und aa etlicha nahe Sechzge oder drüba san“.
Alles in allem hatten sämtliche Gäste, „der-bleckt“ oder nicht, den ganzen Abend lang Spaß, was man nicht nur an den Tanzeinlagen auf den Bierbänken sah, sondern vor allem auch an den herzlichen Lachern oder an den spontanen Beifallsbekundungen.